Einplatinencomputer: winzig und effektiv

Raspberry PI Einplatinen-Computer
Das waren noch Zeiten: Der alte Atari ST, eigentlich eine Spielekonsole, stand in allen möglichen und unmöglichen Tonstudios rum. Damit wurden die Sythesizer gesteuert, Audio wurde noch auf Breitband aufgenommen, und dann ab auf den Schnürsenkel. Der erste Notenausdruck auf einem Commodore: eine Offenbarung. Diese Computer waren Einplatinencomputer, man glaubt es heute nicht mehr. Aber die Renaissance dieser einfachen und praktischen Technik hat bereits begonnen.
Heimcomputer im 8-Bit-Modus waren damals auch für Spiele-Anwender die optimale Ausstattung: klein, leicht in der Handhabung und vor allem preisgünstig. Der Commodore C64 wurde aus diesen Gründen zum meistverkauften Computer.

Diese Heim-PCs, für die es eine Menge Software gab, auch CAD-Programme und Textverarbeitung, waren 3,5″ Einplatinencomputer. Nur einige brauchten für anspruchsvolle Anwendungen ein zusätzliches externes Laufwerk, aber auf der Platine waren alle wesentlichen Komponenten vorhanden. Heute passen diese Geräte einschließlich Speicher in eine Zigarettenschachtel und werden in allen möglichen technischen Geräten verbaut. Aber immer noch und immer wieder bleibt das Prinzip dasselbe: Preisgünstige Computer, für Lernzwecke des Konsumenten oder auch für die täglichen Aufgaben wie Internet und Büro.

Arme Studenten und defekte Computer 

Der Raspberry Pi ist mit Sicherheit der bekannteste der universellen Technik-Zwerge. Er wurde in Cambridge entwickelt, genau, an der dortigen weltberühmten Universität. Damals waren Computer teuer, für Studenten kaum erschwinglich. Die Studentenzahlen in der Informatik sanken kontinuierlich, außerdem ging beim Experimentieren immer mal wieder ein Gerät kaputt. Abhilfe schaffte ein preisgünstiger Computer, der auch zum Basteln geeignet war und alle Arten von Anwendungen ermöglicht.

Ein normaler Rechner besteht aus mehreren Komponenten: dem Mainboard mit CPU und Speicher, dazu diverse Laufwerke und eine Festplatte. Bei einem Einplatinencomputer ist das alles auf dem Mainboard versammelt, und auch die Platine ist im Verhältnis winzig. Man kann zwar nicht erwarten, dass diese Geräte so schnell sind wie ihre großen Verwandten, aber für die meisten Anwendungen reichen sie völlig aus. Werden Erweiterungen gewünscht, wie Laufwerke oder Festplatten, werden diese einfach über USB angeschlossen.

Regeln und Steuern 

Ursprünglich wurden diese Kleinstgeräte für die Entwicklung von technischen Anlagen gebaut. Auch in Maschinen in der Produktion kamen sie zum Einsatz und übernahmen das Steuern und Regeln. Der Einsatz von schweren Personal Computern, umständlich durch den Transport, war nun nicht mehr notwendig. Heute enthält fast jedes größeres Gerät mit etwas umfangreicherem Funktionsumfang einen Klein-PC. Man findet sie in Smartphones, Fernsehern, Waschmaschinen und Routern. Aber auch aus dem Kraftfahrzeug sind sie nicht mehr wegzudenken: sie stecken in Automatikgetrieben und Motorsteuerungen. Sogar simple Fernbedienungen oder die Steuerung der Heizung kommen nicht mehr ohne sie aus.

Der Raspberry Pi 

Neben dem Raspberry gibt es im Handel eine ganze Reihe von Mini-Computern. Sie bieten jeweils unterschiedliche Leistungen, Anschlüsse oder Betriebssysteme. Auch die Preise variieren deutlich, bleiben jedoch in einem vertretbaren Rahmen. Der Raspberry ist allerdings nicht zu schlagen was Verbreitung im Internet und verfügbare Anleitungen betrifft. Die Fangemeinde ist inzwischen unüberschaubar, und kaum eine Idee ist mittlerweile noch nicht umgesetzt und im Internet dokumentiert. Neue Modelle werden immer wieder angeboten, mit Varianten der Ausstattung, weiteren Anschlüssen und einer erhöhten Leistung.

Das aktuelle Modell ist der Raspberry Pi 3 Model B. Hier findet sich auf der Platine ein ARM CortexA Prozessor mit vier Kernen und 1200 Mhz. Der Arbeitsspeicher kommt auf 1 Gigabyte, vier USB-Anschlüsse sind vorhanden, WLAN und Bluetooth 4.1 sind integriert.

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